Medieninformatik und Gesellschaft

Pflichtfach
5 ECTS-P
4 SWS
jährlich angeboten


Ziele

Die Studierenden sollen

  • die Bedeutung der Kommunikation als Voraussetzung für das Entstehen von Gesellschaft erkennen und die wechselseitigen Einflüsse von Medien und gesellschaftlichem Strukturwandel kennen
  • die verschiedenen Medien im Hinblick auf Struktur und Funktion sowie ihren Nutzen für die Gesellschaft analysieren und dabei zwischen Entstehungs-und Verwendungszusammenhang unterscheiden können
  • Netzwerke, die sich auf Informations-und Kommunikationstechnologien stützen, als zentrales Charakteristikum der Gesellschaftsstruktur im Informationszeitalter erkennen
  • die Stufen des e-Business analysieren und in Webauftritten führender Anbieter in ihren Funktionen analysieren können
  • die Funktionen Neuer Medien in der Bildung erkennen können


  • Lehrinhalte

    Ausgangspunkt ist Struktur und Funktion der Medien für die jeweilige Gesellschaft von den Höhlenmalereien bis zum Internet. Daran schließt sich eine Einführung in die strukturell-funktionale Analyse und das AGIL - Schema von Talcott Parsons an, um einen theoretischen Bezugsrahmen für die Analyse von gesellschaftlichem Wandel zu bekommen.

    Nach einer historischen Kritik an der Einschätzung der Informatik (Karl Steinbuch) wird auf die Wissensgesellschaft und Medien des Wissens, die Nachrichtenwerttheorie und die Wirksamkeit Neuer Medien eingegangen.

    Als moderne Konkretionen der Mediennutzung werden e-Business und Proactive Web design behandelt.

    Zwei Exkurse illustrieren neue Handlungsmuster: "Computerethik - Praktische Ethik des "Informationszeitalters"? und "Defensive Selbstdarstellung - Der Ablauf politischer Skandale" (nach Astrid Schütz).

    Abschließend werden die Bausteine einer Theorie der Netzwerkgesellschaft (M. Castells) erörtert.


    Lehrmethoden

    Vorlesung mit Phasen von Gruppenarbeit


    Vorraussetzungen

    Mehrjährige Auseinandersetzung mit dem Fachgebiet Medieninformatik


    Ort, Ressourcen


    Literatur

    Castells, Manuel (2001): Bausteine einer Theorie der Netzwerkgesellschaft. In: Berl. J. Soziol., Heft 4, 2001, Se. 423-439

    Galtung, Johan & Ruge, Mari Holmboe (1970): The structure of Foreign News, in: Sociology, Reader, London 1970, S. 259-297

    Hartmann, Frank (2002): Wissensgesellschaft und Medien des Wissens. In: SWS Rundschau, Heft 3/2002, S. 245-266

    Keil-Slawik, Reinhard und Kerres, Michael (2002): Wirkungen und
    Wirksamkeit Neuer Medien in der Bildung. Herausgegeben durch
    das Kompetenznetzwerk Universitätsverbund MultiMedia NRW,
    Band 1. Münster u.a.: Waxmann Verlag

    Kepplinger, Hans Mathias (1990): Journalisten- Mächtige ohne
    Verantwortung? In: Kunczik, M. und Weber, U. (1990) (Hrsg.):
    a.a.O., S. 20-30

    Kunczik, Michael und Weber, Uwe (1990) (Hrsg.): Fernsehen - Aspekte eines Mediums. Köln: Böhlau Verlag

    La Roche, Walther von: Einführung in den praktischen Journalismus, München und Leipzig 1992

    Müller, Arno und von Thienen, Lars (2001): e-Profit: Controlling-Instrumente für erfolgreiches e-Business. Freiburg u.a.: R. Haufe Verlag

    Niquet, Marcel (1998): Computerethik - Praktische Ethik des "Informationszeitalters"? In: Der vernetzte Mensch. Sprache, Arbeit und Kultur in der Informationsgesellschaft. S. 81-101. Hrsg. Von Kerner, Max und Kegler, Karl. Aachen 1999: Verlag Mainz

    Parsons, Talcott: Das System moderner Gesellschaften. 6. Aufl. 2003

    Postman, Neil (1990): Wir amüsieren uns zu Tode -Kritische Bemerkungen über das kommerzielle Fernsehen -In: Kunczik, Michael und Weber, Uwe (1990) (Hrsg.): a.a.O., S. 229-239

    Steinbuch, Karl (1968): Falsch programmiert

    Sturm, Hertha (1990): Die grandiosen Irrtümer des Neil Postman - Fernsehen wirkt anders. In: Kunczik, Michael und Weber, Uwe (1990) (Hrsg.): a.a.O. S. 240-262


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